Atmung & Stimme

Beruhige dich

Wenn wir nervös sind, neigen wir dazu, schneller zu atmen. Uns auf unseren Atem zu konzentrieren, lässt ihn und auch uns wieder ruhiger werden.

Wie entsteht Stimme?

Nach oben hin mündet unsere Luftröhre in den Kehlkopf, in dem zwei Stimmbänder gespannt sind.

 

Beim normalen Atmen sind die Stimmbänder entspannt und die Luft kann ungehindert hindurchfließen. Um einen Ton zu erzeugen, spannen wir die Stimmbänder an. Wenn dann Luft vorbeiströmt, bringt sie unsere Stimmbänder zum Schwingen bringt. Diese Schwingungen erzeugen einen ganz leisen Ton, der durch unsere Resonanzräume verstärkt und hörbar gemacht wird.

Leo Will Stimmbänder Stimmlippen Stellung
Abbildung: Leo Will

Was passiert bei der Einatmung?

Dein Brustkorb weitet sich, weil sich deine Lungen mit Luft füllen.

 

Dein Zwerchfell, der Muskel, der wie eine Kuppel unter dem Rippenbogen sitzt, senkt sich nach unten, macht so den Lungen Platz und kontrolliert die Atmung.

 

Deine Bauchdecke hebt sich, weil die unter dem Zwerchfell liegenden Organe nach vorne ausweichen.

 

Deine Bauchmuskeln tun nichts, um das Zwerchfell nicht bei der Arbeit zu stören. Je aktiver dein Zwerchfell an der Atmung und damit Stimmbildung beteiligt ist, desto weniger wird an anderen Stellen auf ungesunde Weise kompensiert.

 

Deine Schultern tun ebenfalls nichts. Solltest du Bewegung wahrnehmen, deutet das auf Verspannung hin.
In dem Fall hilft: Entspannung durch Anspannung. Zieh deine Schultern einmal ganz bewusst mit einer Einatmung hoch und lass sie dann mit der Ausatmung fallen.

Anwendung beim Singen & Sprechen

Beim Singen, aber auch beim lauten und klaren Sprechen, versuchen wir, diese Einatme-Position möglichst zu halten, während wir bereits Luft entweichen lassen, denn in dieser Position haben wir die meiste Kontrolle über unseren Atem.

 

Sparsames (bzw. langes) Ausatmen zu üben, hilft uns, die Kontrolle über unseren Atem und damit unsere Stimme zu verbessern.

 

Wenn kaum noch Luft übrig ist, sprechen wir von Reserveatmung. Auf diese Reserven zurückzugreifen, sollten wir vermeiden, weil wir dabei verkrampfen und unsere gesunde Einstellung verlieren. Es ist daher sehr wichtig, beim Vortrag immer wieder zwischendurch Luft zu holen!

Volumen

Auch die Lautstärke der Stimme steht in direktem Zusammenhang mit der Atmung.

 

Mach Platz. Je weiter du deine Resonanzräume öffnest, desto leichter fällt es dir, laut zu sprechen. Die Resonanzräume befinden sich vor allem in den Nasenhöhlen, im Schädel, in den Wangen und im Rachen. Wenn wir gähnen (oder ein Gähnen imitieren) weitet sich unser Rachen. Diese Einstellung brauchen wir! Alles ist weit geöffnet und die Zunge ist flach.

 

Spar deinen Atem. Je mehr Luft wir auf einmal an den Stimmbändern vorbeilassen, desto hauchiger wird der Ton. Das ist auf Dauer nicht nur ungesund, sondern trägt auch nicht so weit.

 

Entspann dich. Ein gesunder Ton tut nicht weh, macht nicht heiser, verspannt nicht. Versuch nicht, den Ton an den Stimmbändern vorbeizupressen, sondern die Luft entspannt vorbeifließen zu lassen.

Abbildung: Leo Will
Abbildung: Leo Will

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Vielen Dank für das Hintergrundbild dieser Seite an Jan Duijnisveld!